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Biografie

  1. 1 Josep Palau i Fabre
  2. 2Josep Palau i Fabre in Grifeu

Josep Palau i Fabre, geboren am 21. April 1917 in Barcelona, ist als eine der großen Persönlichkeiten der katalanischen Literatur unserer Zeit zu betrachten. Über seinen Kontakt zu Personen vom Rang eines Picasso, Artaud, Octavio Paz, Cocteau, Lorca, Alberti und anderen schuf er die Verbindung der katalanischen Kultur zu den wichtigsten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts.

In einem familiären Umfeld geboren, das sich mit Kunst beschäftigte (sein Vater war Maler und Dekorateur), wurde Josep Palau i Fabre außer Dichter, Dramatiker, Erzähler und Essayist auch ein Experte der Malerei – ganz besonders des Werks von Pablo Picasso. Der Analyse und Diskussion des Werks von Picasso widmete er mehr als zwanzig Bücher (einige von ihnen wurden in rund zehn Sprachen übersetzt), unter denen Doble assaig sobre Picasso (1964), El "Gernika" de Picasso (1979) und Picasso cubisme (1990) hervorzuheben sind.

Palau i Fabre studierte zu Beginn der vierziger Jahre Geisteswissenschaften und war ein entschiedener Aktivist für die Wiederaufnahme der literarischen und kulturellen Aktivitäten in der Franco-Ära. Er leitete die geheime Zeitschrift Poesia (1944-45) und war der Schöpfer des La Sirena-Verlags. Später wurde er Gründer und Mitarbeiter der Zeitschrift Ariel (1946-1951). Ein Stipendium der französischen Regierung gestattete ihm, 1945 nach Paris zu gehen. Dieser Aufenthalt war zunächst nur für zwei Jahre geplant, aber er sollte bis in die sechziger Jahre andauern. In Paris lernte er sehr unterschiedliche Schriftsteller und Künstler kennen – von Artaud bis Octavio Paz und von Camus bis Picasso.

Im Jahr 1943 wurde Balades amargues als erstes seiner dichterischen Werkeherausgegeben und ein Jahr später folgte L’aprenent de poeta in einem Druck unter falschem Namen. Als nächste Veröffentlichungen folgten Imitació de Rosselló-Pòrcel (1945) und Càncer (1946). Eine überarbeitete Neufassung dieser Texte erschien zusammen mit unveröffentlichten Werken in der Ausgabe Poemes de l’Alquimista (1952).

Nach dem dichterischen Schaffen folgten die Theaterwerke: La tragèdia de Don Joan (1951), Don Joan als inferns (1952) und Esquelet de Don Joan (1954) sind einige der Titel, die zusammen den Don Juan-Zyklus bilden. Die literarische Persönlichkeit des Don Juan war die Antwort des Autors auf die Normen einer puritanischen und repressiven Gesellschaft und gleichzeitig verarbeitete er auf direkte Weise die Thematik der Liebe. Die Ausgabe Teatre (1976) vereint Titel wie Mots de ritual per a Electra (1958), La caverna (1969) und Homenatge a Picasso (1971). In diesen Werken setzte der Autor den Entwurf seines besonderen, eigenen Theateruniversums fort, den er später mit den Werken Avui Romeo i Julieta (1986) und L’Alfa Romeo i Julieta i altres obres (1991) fertig stellen sollte. Theoretische Reflexionen des Autors über das Theater findet man in den beiden kleinen Büchern La tragèdia o el llenguatge de la llibertat (1961) und El mirall embruixat (1962). Später veröffentlichte er Antonin Artaud i la revolta del teatre modern (1976), eine Annäherung an das Werk einer seiner bedeutenden intellektuellen und künstlerischen Bezugspersonen.

Im Genre der Kurzgeschichten veröffentlichte Palau die Sammlungen Contes despullats (1982), La tesi doctoral del diable (1983), Amb noms de dona (1988) und Un saló que camina (1991), die später zusammen mit unveröffentlichten Erzählungen in der Ausgabe Contes de capçalera (1993) zusammengefasst wurden. Später veröffentlichte er La metamorfosi d’Ovídia i altres contes (1996).

Was das essayistische Schaffen betrifft, ist Palau i Fabre neben seinen Picasso-Forschungen Autor mehrerer Sammlungen, deren erste 1976 erschien und die später unter dem Namen Quaderns de l’Alquimista (1997) zusammengefasst wurden. Die Alchimie ist die Methode, welche die poetischen und ideologischen Ansätze im gesamten Werk des Autors vereint. Weiterhin stammen die Übersetzungen Una temporada a l’infern. Il·luminacions von Rimbaud (1966) und Versions d’Antonin Artaud (1977) aus der Feder von Palau i Fabre. Beide Dichter übten einen entscheidenden Einfluss auf sein Werk aus. Außerdem übersetzte er die Prosawerke Cartes d’amor de Marianna Alcoforado (la monja portuguesa) (1986) und L’obra mestra inconeguda (1986) von Balzac.


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